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Anästhesie & Intensivmedizin

Narkoseformen

Für jeden einzelnen Patienten die passende Narkose

Am Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand steht uns eine Vielzahl von Narkoseverfahren zur Verfügung. Je nach Art des Eingriffs, Ihrer individuellen körperlichen Verfassung und Ihren eigenen Wünschen wählen wir die für Sie passende Narkoseform aus. Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über anästhesiologische Methoden, die in unserem Haus häufig zur Anwendung kommen.

Vollnarkose

Unter anderem bei Operationen im Kopf-Hals-Bereich sowie im Brust- und Bauchbereich ist in der Regel eine Vollnarkose erforderlich.

Bei der Vollnarkose, in der Fachsprache Allgemeinanästhesie genannt, werden Sie für die Dauer der Operation in einen schlafähnlichen Zustand (Hypnose) versetzt. Zusätzlich erhalten Sie Medikamente, die Ihr Schmerzempfinden unterdrücken. Art und Dosierung der Narkosemedikamente sind immer individuell auf Sie abgestimmt.

Reflexe wie Husten oder Schlucken werden durch die Narkose gedämpft. Außerdem bewirken die Medikamente den Ausfall Ihrer Eigenatmung. Daher werden Sie für die Dauer der Operation maschinell beatmet - entweder mit einem Beatmungsschlauch (Tubus) oder einer Kehlkopfmaske.

Die Aufrechterhaltung der Narkose kann auf zwei Arten erfolgen:

  • Kontinuierliche intravenöse Zufuhr eines Schlafmittels (Hypnotikum) und eines Schmerzmittels
  • Kontinuierliche Zufuhr eines Narkosegases über die Atemwege und Intervallabgabe eines Schmerzmittels

Ihre Narkosetiefe haben wir stets im Blick – unter anderem durch ein spezielles Neuromonitoring-Verfahren, mit dem Ihre Hirnströme gemessen werden. Am Ende der Operation stellen wir die Zufuhr der Medikamente bzw. Narkosegase ab. Sie wachen zeitnah auf. Sobald Ihre Eigenatmung wieder eingesetzt hat und Ihre Schutzreflexe wieder vorhanden sind, entfernen wir den Atemwegsschlauch.

Hyperhidrose-Operation: Ihre Narkose

Hyperhidrose-Operation: Ihre Narkose

Ein Schwerpunkt unseres Hauses sind Operationen bei übermäßigem Schwitzen, fachsprachlich Hyperhidrose. Mit einem minimal-invasiven Eingriff, der sogenannten Sympathektomie, werden in der Brusthöhle Nervenfasern des sympathischen Nervensystems durchtrennt. Zur Beatmung benutzen wir in diesem Fall einen speziellen Schlauch, der über zwei Röhren verfügt. Mit diesem sogenannten Doppellumen-Tubus können beide Lungenflügel einzeln beatmet werden. Während ein Lungenflügel beatmet wird, wird aus dem anderen die Luft abgesaugt, sodass in der Brusthöhle operiert werden kann.

Regionalanästhesie als Alternative zur Vollnarkose

Eine Alternative zur Vollnarkose kann eine Regionalanästhesie, also eine Form der lokalen Narkose, sein. Dabei wird nur die zu operierende Körperregion betäubt, indem gezielt schmerzleitende Nerven bzw. Nervengeflechte blockiert werden. Auch mit einer lokalen Betäubung kann komplette Schmerzfreiheit erreicht werden.

Bei uns in Hamburg-Wilhelmsburg kommen folgende Verfahren der Lokalanästhesie zur Anwendung:

Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie eignet sich bei Operationen der Hüfte, des Knies, im Fußbereich oder am Unterleib. Das Verfahren wird meist im Sitzen durchgeführt. Über eine dünne Kanüle wird Betäubungsmittel in den Wirbelkanal unterhalb des Rückenmarks gespritzt. Die Nervenfasern werden direkt betäubt, was zur vorübergehenden Blockade der Bewegungsfähigkeit, Sensibilität und des Schmerzempfindens führt.

Periduralanästhesie

Die Periduralanästhesie ist ebenfalls ein Rückenmark nahes Verfahren, das zum Beispiel in Kombination mit einer Vollnarkose bei großen Bauchoperationen oder auch in der Geburtshilfe angewendet wird. Das Betäubungsmittel wird nahe am Wirbelkanal (peri: um, herum, dura: von dura mater: harte Hirnhaut) injiziert. Zusätzlich kann über die Spezialkanüle ein hauchdünner Katheter eingeführt werden, der dort mehrere Tage verweilen kann. Über den Katheter können dann kontinuierlich oder in bestimmten Abständen Schmerzmittel verabreicht werden – zum Beispiel auch zur postoperativen Schmerztherapie.

Interskalenäre Plexusanästhesie

Dieses Verfahren kann bei Operationen an der Schulter oder am Oberarm eingesetzt werden – meist in Kombination mit einer Vollnarkose. Punktiert wird mit einer dünnen Kanüle zwischen zwei Halsmuskeln. Mit einem Nervenstimulator wird das Nervengeflecht des Arms, der Plexus brachialis, aufgesucht und das Betäubungsmittel injiziert. Auch hier kann ein Katheter gelegt werden – beispielsweise um postoperativ Schmerzmittel zu verabreichen.

Plexus axillaris-Anästhesie

Dieses häufige Verfahren der Regionalanästhesie kommt bei Operationen an Ellenbogen, Unterarm und Hand zur Anwendung. Punktiert wird in der Achselhöhle. Über eine dünne Kanüle wird Betäubungsmittel an das Nervengeflecht gespritzt. Die Wirkung hält noch in der postoperativen Phase an. Der Einsatz eines Katheters zur postoperativen Schmerztherapie ist ebenfalls möglich.

Blockade des Nervus Femoralis

Bei diesem Verfahren wird der Oberschenkelnerv Nervus femoralis blockiert, was beispielsweise in Kombination mit einer Vollnarkose bei Knie-Operationen sinnvoll sein kann. Der Nerv wird mithilfe eines Nervenstimulators aufgesucht und dann über eine Kanüle oder einen Katheter Betäubungsmittel injiziert. So werden Schmerzen im vorderen und seitlichen Bereich des Oberschenkels und Kniegelenkes blockiert.

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