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Chirurgie

Dickdarmdivertikel-Entzündung

Divertikel – was bedeutet das?

Dickdarm-Divertikel sind erst einmal kein Grund zur Sorge. Hinter dem Begriff Divertikel verbergen sich Ausstülpungen der inneren Darmwandschichten durch Muskellücken. Es entstehen kugelförmige Aussackungen verschiedener Größe, oft perlschnurförmig.

Divertikel sind gutartige Veränderungen, die häufig auftreten: Etwa 40 Prozent aller Menschen über 60 Jahre weisen Divertikel auf. 80 Prozent von ihnen sind ohne Beschwerden. In einigen Fällen führen Divertikel zu leichten Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Verstopfung. 

Divertikulitis: Entzündung von Dickdarm-Divertikeln

In etwa 30% der Fälle kommt es zur Divertikel-Entzündung, Mediziner sprechen von einer Divertikuitis. Die Entzündung der Divertikel entsteht wie eine Entzündung des Blinddarms bzw. Wurmfortsatzes durch Kotstau und Abflussstörung. In der Folge kann es zur Vereiterung und zum Platzen der Divertikel kommen. Mögliche schwerwiegende Folgen einer Divertikulitis eine kotigen Bauchfellentzündung oder einer Eiteransammlung im Bauchraum.

Andere Komplikationen sind narbige Engen oder Fistelbildungen zur Harnblase. Engen führen zu Stuhlunregelmäßigkeiten bis hin zum Darmverschluss. Bei einer Blasendarmfistel kommt es zu häufigen Blasenentzündungen und zu Luft- und Stuhlaustritten beim Wasserlassen.  

Divertikulitis: Symptome

Typische Beschwerden einer Divertikel-Entzündung sind Schmerzen im linken Unterbauch mit Stuhlunreglmäßigkeiten und Fieber. Je nach Lage des von der Entzündung befallenen Dickdarmabschnittes können die Schmerzen auch an anderen Stellen des Bauchraumes auftreten. Übelkeit und Erbrechen bei Darmlähmung sowie die Entwicklung eines Darmverschlusses sind möglich. Ebenso können entzündete Darmabschnitte Blutungen auslösen.
 

Divertikulitis: Diagnostik

Bei Verdacht auf eine Divertikel-Entzündung sind nach der Erhebung der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung Laboruntersuchungen von Blut und Urin notwendig. Eine Ultraschall des Bauchraums kann wichtige Hinweise wie Darmwandverdickung, Transportstörung des Stuhls, Harnaufstau in die linke Niere, freie Flüssigkeit im Bauchraum oder Eiteransammlung zeigen. Eine Computertomographie mit Kontrasteinlauf dient dem Beweis der Erstdiagnose, zeigt das Stadium der Divertikulitis und mögliche Komplikationen.  

Divertikel-Entzündung: Therapie

Die Behandlung einer unkomplizierten Divertikel-Entzündung erfolgt zunächst ohne Operation. Der Darm wird mit antibiotischen und schmerzbekämpfenden Medikamenten behandelt und ruhig gestellt. Die Ernährung erfolgt über Infusionen.  

Divertikel-Entzündung: Wann operieren?

Bei wiederkehrender komplikationsloser Divertikel-Entzündung oder bei Komplikationen kann eine Operation notwendig werden. Häufige Komplikationen:

  • Darm-Einengung
  • Blutungen
  • Vereiterung der Fistel

Divertikel: minimal-invasiv operieren

Die Operation bei Divertikulitis erfolgt im Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand in der Regel minimal-invasiv. Hierbei wird in Narkose über einen Einstich am Nabel mit einer Optik und einer Fernsehkamera der Bauchraum beobachtet. Über weitere Einstiche werden Operationsinstrumente eingebracht und unter Sicht der Fernsehkamera operiert.

Der Divertikel tragende Darmabschnitt und in jedem Fall die Hochdruckzone des Dickdarmes werden vor dem Enddarm entfernt und über einen sechs Zentimeter langen Hilfsschnitt im rechten Unterbauch entnommen. Der Verlauf des Darms wird durch eine direkte Klammernahtverbindung wieder hergestellt. Die Anlage eines schützenden künstlichen Darmausgangs ist in der Regel nicht notwendig. Vorteil des endoskopischen Verfahrens: Bei einer geplanten Operation in einer entzündungsfreien Zeit ist durch die minimal-invasive Operation und spezielle Schmerzmittelgabe nach der Narkose ein sehr früher Kostaufbau mit kurzem Krankenhausaufenthalt möglich.  

Achtung: Divertikulitis kann zum Notfall werden

Kommt es zum Darmdurchbruch mit kotiger Bauchfellentzündung, besteht Lebensgefahr. Eine sofortige Notfalloperation ist unumgänglich. Selten werden mehrfache Operationen  mit Waschung des Bauchraumes über einen Reißverschluss nötig. Der entzündungsherdtragende Darmanteil muss sofort entfernt werden. Falls eine direkte Darmnaht in dieser Situation unsicher heilen würde, ist in Einzelfällen auch die Anlage eines künstlichen Darmausgangs vorübergehend notwendig. Da der Darm nicht in der Nähe des Schließmuskels betroffen ist, kann der künstliche Darmausgang nach Erholung von der schweren Erkrankung zurückverlegt werden.

Bei diesen seltenen, sehr schweren und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen wird manchmal eine Intensivbehandlung mit Langzeitbeatmung notwendig.  

Divertikel-Entzündung durch Ernährung vorbeugen

Divertikel können sich entzünden, oder zu anderen Komplikationen führen. Um Divertikel-Erkrankungen wie eine Divertikulitis (Entzündung) zu vermeiden, empfiehlt sich ballaststoffreiche Kost.  

Ernährungstipps bei Divertikeln:

Empfehlenswert sind unter anderem diese Lebensmittel:

  • Vollwertmüsli
  • Salat
  • Weizenkleie
  • Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam, Haferflocken
  • Viel Flüssigkeit

Vermeiden sollten Sie:

  • Weizenmehlprodukte
  • Süßigkeiten
  • geschälter Reis
  • Nudeln   

   

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