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Glückwunsch! 30 Jahre Förderverein Groß-Sand

Wilhelmsburg, Juni 2017: Akutbehandlung und Rehabilitation unter einem Dach: Das ist Altersmedizin nach Wilhelmsburger Vorbild. Um den Bau des Geriatriezentrums Groß-Sand im Rahmen eines Bundesmodellprojekts zu ermöglichen, gründete sich vor 30 Jahren ein Förderverein. Und der verbindet heute noch: 13 Mitglieder der ersten Stunde sind nach wie vor dabei!

Einer von ihnen ist Dieter Adelwarth, der Groß-Sand wie seine Westentasche kennt. Mehr als 30 Jahre war er in der Wilhelmsburger Klinik beschäftigt – erst als Personalchef, später als kaufmännischer Direktor. Zu gut erinnert er sich an die Anfänge des Fördervereins: „Natürlich funktionierte das Gesundheitssystem in den 1980er Jahren noch ganz anders. Doch auch damals mussten wir uns Gedanken über die Zukunft machen“, berichtet er. „Neben Chirurgie und Innerer Medizin wollten wir in Groß-Sand ein drittes Standbein aufbauen, um auf lange Sicht erfolgreich zu bleiben.“

Zukunft hatte vor allem die Geriatrie! Davon waren die damaligen Chefärzte fest überzeugt. Schließlich würde es immer mehr ältere Menschen geben, die eine besondere Versorgung benötigen. Insbesondere bei den im Alter typischen Mehrfacherkrankungen sei eine fächerübergreifende medizinische Behandlung gefragt. Grundsätzlich keine neuen Erkenntnisse – Kliniken mit Geriatrie im Portfolio gab es bereits, auch in Hamburg. Für ganz Deutschland Modellcharakter hatte allerdings das Konzept, das die Wilhelmsburger gemeinsam mit der Hamburger Gesundheitsbehörde und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales erarbeitet hatten.

Eine Reha im Akutkrankenhaus – das war ein bundesweites Novum. Was man sich davon versprach, erklärt Dr. Georg Schiffner, einer der beiden heutigen Chefärzte des Geriatriezentrums. „Unser Ziel war und ist es, Pflegebedürftigkeit nach einem Klinikaufenthalt zu vermeiden. Dafür ist ein frühestmöglicher Beginn der Rehamaßnahmen entscheidend – also am besten schon während der Akutbehandlung.“

Die Wilhelmsburger wollten ihre Geriatrie!

Das Konzept überzeugte. Ein Großteil der für den Bau erforderlichen Gelder wurde vom Bund und der Stadt Hamburg bewilligt. Getan war es damit jedoch noch nicht. Die Kirchengemeinde St. Bonifatius, bis heute Trägerin der Klinik, sollte rund 10 % der Baukosten, also etwa zwei Millionen Mark, Eigenmittel bereitstellen – aus der eigenen Kasse nicht darstellbar. Doch die Wilhelmsburger wollten ihre Geriatrie! 27 Menschen gründeten 1987 den Förderverein des Krankenhauses Groß-Sand. Daraufhin gewährte das Bistum Hildesheim der Gemeinde ein Darlehen. Der Bau konnte beginnen!

Zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins gehörten vorwiegend Klinikmitarbeiter und Menschen aus der Gemeinde. Ambitioniertes Ziel: Das 2-Millionen-Darlehen durch Mitgliedsbeiträge und Spendenakquise in voller Höhe ausgleichen. „Auch viele lokale Unternehmen aus Industrie und Handwerk beteiligten sich – teils mit großen Summen. Sogar die Fernsehlotterie unterstützte unser Vorhaben“, erzählt Dieter Adelwarth. Die Anstrengungen zahlten sich aus: 2005 war das Darlehen in voller Höhe beglichen!

Geriatrie hat sich überaus positiv entwickelt

Geriatrie hat sich überaus positiv entwickelt

Dass das Engagement des Fördervereins bis heute Früchte trägt, beobachtet Dieter Adelwarth bei seinen täglichen Runden über das Klinikgelände. Bei schönem Wetter trainieren Therapeuten mit hochbetagten Patienten in den ebenfalls im Zuge der Baumaßnahmen aufgewerteten Parkanlagen. Schaut er hin und wieder in der Tagesklinik vorbei, freut er sich über Senioren, die auf dem „Balance Master“ – eines der vom Verein gesponsorten Therapiegeräte – neue Kräfte sammeln.

„Was wir damals mit angestoßen haben, war nur der Anfang. Mit den Jahren hat sich die Geriatrie überaus positiv entwickelt. Man hat immer mit neuen Angeboten auf die Anforderungen der Zeit reagiert.“ Hinzugekommen sind im Laufe der Zeit neben der teilstationären Tagesklinik auch ein Palliativbereich sowie zuletzt die Spezialstation für Menschen mit Demenz. Viele andere Kliniken haben sich mittlerweile am Groß-Sand-Modell ein Beispiel genommen und nach ähnlichen Plänen gebaut – deutschland- und europaweit. „Mit dem Geriatriezentrum hat Wilhelmsburg einen Meilenstein in der Gesundheitslandschaft gesetzt – als Förderverein sind wir stolz, dass wir daran mitwirken konnten“, so Dieter Adelwarth.

Weiter so! Neue Unterstützer herzlich willkommen

Die Geriatrie war „nur“ der Anfang. Heute, 30 Jahre später, unterstützt der Verein Projekte, die dem gesamten Haus zugutekommen. „Eine gemeinsame Herzenssache ist zum Beispiel die Ausstattung der Stationen mit neuem Mobiliar und Kunst“, sagt der Vorsitzende Kai Metelmann. „Die Rückmeldungen von Patienten und Mitarbeitern auf unsere Projekte zeigen uns, dass man auch mit kleinen Dingen Großes bewirken kann – darüber freuen wir uns immer wieder sehr.“ Einmal im Jahr treffen sich die aktuell 61 Vereinsmitglieder, um zusammen mit dem Geriatrie-Team über neue Anschaffungen zu beraten und abzustimmen.

Auch Ihnen liegt Groß-Sand am Herzen? Neue Unterstützer sind jederzeit herzlich willkommen. Mehr Info hier oder unter 75-205-284.

Informationen über das Krankenhaus

Das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit 24-Std. Notaufnahme, 208 Betten und 20 Plätzen in der geriatrischen Tagesklinik. Zum Leistungsspektrum zählen die internistische und chirurgische Notfallversorgung für Wilhelmsburg und den Hamburger Hafen, das Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation, ein zertifiziertes Hernienzentrum, Orthopädie mit Endoprothetik sowie eine Seemannsambulanz. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und verfügt über eine angeschlossene Gesundheits- und Krankenpflegeschule. Träger ist die Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius.

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