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Groß-Sand sucht Zeitspender

Wilhelmsburg März 2018: Ist Demenz-Vorsorge möglich? „Ja", so Dr. Georg Schiffner im letzten Groß-Sand Patientenforum. „Bleiben Sie in Bewegung, pflegen Sie Kontakte und suchen Sie sich angenehme soziale Aktivitäten." Sein Tipp: „Ein Ehrenamt kann ich in doppelter Hinsicht empfehlen. Sie tun damit sich selbst und auch anderen Menschen Gutes." Passend zum Thema warb der Chefarzt um Verstärkung für das Demenzbegleiter-Team der Klinik.

Rund 26.000 Menschen in Hamburg leben mit Demenz – Tendenz steigend. „Wir werden immer älter und damit wächst auch die Zahl der Menschen mit Demenzerkrankungen", sagt Altersmediziner Dr. Schiffner. „Demenz gehört zu unserer Gesellschaft und wir alle müssen lernen, damit zu leben." Auch in Kliniken ist Umdenken gefragt – insbesondere wo, wie in Wilhelmsburg, viele ältere Patienten behandelt werden. „Fernab der gewohnten Umgebung und ohne Kontakt zu vertrauten Menschen, treten Demenzerscheinungen oft verstärkt auf. Viele Patienten finden sich dann im Krankenhaus schwer zurecht, sind unsicher oder verängstigt." Groß-Sand hat reagiert und 2015 einen geschützten Bereich für Menschen mit Demenz geschaffen.

Neben einer speziellen Einrichtung und Farben sowie Symbolen, die bei der Orientierung helfen, legt man hier besonderen Wert auf Zeit und Zuwendung. Dr. Schiffner: „Die ehrenamtlichen Demenzbegleiter sind ein unverzichtbarer Teil unseres Teams. Die Kolleginnen und Kollegen sind einige Stunden pro Woche im Haus, um unseren Patienten Halt zu geben. Sie stehen für Gespräche zur Verfügung, begleiten Patienten zu Untersuchungen oder bei Spaziergängen auf dem Klinikgelände – kleine Dinge, die aber ungeheuer wertvoll sind." Der Chefarzt hofft nun auf weitere Verstärkung für die Demenzbegleiter.

Veranstaltungs-Manager, Mut-Macher, Ideen-Geber: Kein Tag wie der andere

Schon einige Jahre dabei ist zum Beispiel Eleonore Weiß. Wie abwechslungsreich ihre Aufgaben sind, stellt sich im Gespräch sofort heraus. Vor ein paar Tagen erst hat sie bei der Veranstaltung „Heilsame Musik und Mut-machende Worte" unterstützt – ein regelmäßiges Angebot von Geriatrie-Mitarbeitern und Krankenhausseelsorge für Patienten und Angehörige. Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen, darunter übrigens nicht nur Demenzbegleiter, hat sie vormittags die Werbetrommel gerührt. „Ein persönliches Gespräch motiviert oft mehr als das größte Plakat." Im Anschluss hat sie bei Aufbau und Organisation geholfen und schließlich Patienten zur Veranstaltung begleitet. Vor allem Menschen mit Demenz brauchen hier Unterstützung. „Ist der Orientierungssinn eingeschränkt, trauen sich viele Patienten nicht aus ihrem Zimmer. Typisch bei Demenz ist auch die sogenannte Hinlauftendenz – wir müssen also ebenso aufpassen, niemanden aus den Augen zu verlieren", erklärt sie.

Man merkt: Die Demenzbegleiterin kennt sich aus. Kein Wunder, war sie doch auch viele Jahre ihres Berufslebens in Groß-Sand beschäftigt und später Pflegedienstleitung in einem Seniorenheim. „Die Arbeit mit alten oder kranken Menschen bereitet mir immer noch Freude – auch wenn ich froh bin, mir meine Zeit heute selbst einteilen zu können und nicht mehr so viel Verantwortung zu tragen."

Doch eine Menge bewegen kann die Rentnerin auch im Ehrenamt. Strahlend erzählt sie von ihrem neuesten Projekt. „Ich organisiere ein gemeinsames Frühstück im Demenz-Bereich. So wie zu Hause, in geselliger Runde und am schön gedeckten Tisch." Seit letzter Woche wird ihre Idee in die Tat umgesetzt – und Patienten wie Mitarbeitern schmeckt es hervorragend. „Die Patienten essen und trinken mit Freude. Das ist bei Demenz längst nicht immer der Fall", freut sich Kirsten Ehlers, stellvertretende Pflegedirektorin, über das Engagement der mittlerweile ehrenamtlichen Kollegin.

Keine Vorerfahrung nötig: Freiwillige werden umfassend geschult

Eleonore Weiß ist Profi auf Ihrem Gebiet. Doch das ist keinesfalls Voraussetzung, um Demenzbegleiter zu werden. Alle Interessierten durchlaufen vor dem ersten Einsatz ein fünftägiges Schulungsprogramm und werden so vorab mit dem Krankheitsbild und dem richtigen Umgang sowie der Kommunikation mit Demenz-Patienten vertraut gemacht. „Man lernt als Demenzbegleiter also eine Menge dazu", betont Dr. Schiffner. „Unsere Ehrenamtlichen berichten uns zudem immer wieder, dass sie die zwischenmenschlichen Begegnungen und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, als echte Bereicherung empfinden. Und als Arzt weiß ich: All das hilft Ihnen auch persönlich, um körperlich wie geistig fit zu bleiben!"

Sie haben Lust, sich zu engagieren? Über eine unkomplizierte erste Kontaktaufnahme freut sich Pflegedirektorin Margit Mehlich unter 040.75 205 -111 oder m.mehlich@gross-sand.de.

Informationen über das Krankenhaus

Das Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit 24-Std. Notaufnahme, 209 Betten und 20 Plätzen in der geriatrischen Tagesklinik. Zum Leistungsspektrum zählen die internistische und chirurgische Notfallversorgung für Wilhelmsburg und den Hamburger Hafen, das Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation, ein zertifiziertes Hernienzentrum, Orthopädie mit Endoprothetik sowie eine Seemannsambulanz. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und verfügt über eine angeschlossene Gesundheits- und Krankenpflegeschule. Träger ist die Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius.

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