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Über uns

Geschichte der Kirchengemeinde

Die Anfänge

Mit dem Beginn der industriellen Entwicklung wanderten viele Arbeiterinnen und Arbeiter katholischen Glaubens auf die bis dahin ländliche Insel Wilhelmsburg. 1889 eröffnete die Wollkämmerei ihre Tore. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter wurden aus der Provinz Posen angeworben. Sie waren vorwiegend katholisch und polnischsprachig. 1892 erfolgte die Inbetriebnahme des Wilhelmsburger Verschiebebahnhofs. Fast 1500 Eisenbahner kamen mit ihren Familien auf die Elbinsel, größtenteils katholisch. Nach der Inbetriebnahme der großen Weizenmühle Georg Plage (Diamantmehl) im Jahr 1897 wanderten neue Menschen zu. 

Die Wollkämmer-Kapelle

Für die Einwanderer war die Kirche eine aus ihrem Leben nicht wegzudenkende geistige Heimat, ein wichtiges Bindeglied im neuen Milieu und eine Hilfe die Isolation zu überwinden. Die Wollkämmerei erkannte diese Tatsache und stellte einen Saal zur Verfügung, den sie als Kapelle einrichten ließ. Am 24. Dezember 1891 erfolgte die feierliche Einweihung der Wollkämmer-Kapelle.  

Die St. Bonifatiuskirche

Erst am 8. April 1892 erhielt die längst vorhandene Gemeinde einen ortsansässigen Geistlichen. Am 25. Juni 1898 weihte der Generalvikar Hugo im Auftrag des Bischofs von Hildesheim die St. Bonifatiuskirche ein. 1899 wurde der Bau des noch heute unveränderten Pfarrhauses beendet. Die Einrichtung einer Pfarrkirche war beschlossen worden, weil die Kapelle der Wollkämmerei zu klein geworden war. Die Baukosten wurden hauptsächlich vom Bonifatiusverein getragen. 

Der erste Weltkrieg

Der I. Weltkrieg 1914-1918 brachte große Trauer über die Gemeinde. 325 Gemeindemitglieder fielen, die Kirchenglocken wurden zur Einschmelzung eingezogen. Am 28. Juni 1925 konnte Pastor Algermissen nach der schweren Geldinflation drei neue Glocken weihen: Die große dem Heiligen Bonifatius, die mittlere der Heiligen Maria und die kleine dem Heilgen Stanislaus. In jener Zeit entstand das Gemeindehaus, das im II. Weltkrieg ein Opfer der Bomben wurde. Eine Schwesternstation, ein Kinderhort und ein Kindergarten waren darin untergebracht. 

Ausbesserungsarbeiten

Die Jahre 1934-1938 waren gekennzeichnet von Ausbesserungs- und Veränderungsarbeiten in und an der Kirche. 1939 erhielt der Kirchenmaler Boland den Auftrag, Chor und Kreuzschiff auszumalen. Trotz des Kriegsausbruches am 1. September kam Bischof Josef Godehard, um die bis dahin aufgeschobene Konsekration der Kirche am 2. September vorzunehmen.  

Der zweite Weltkrieg

Als am 27. Juli 1943 Industriewerke in der Nähe der Kirche bombardiert wurden, erlitten die Dächer von Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus schwere Schäden. Am 31. März 1945 traf die Gemeinde der schwerste Schlag. Um 8 Uhr vormittags gab es Fliegeralarm, Bomben fielen auf die Stadt, rings um die Kirche schlugen mehrere schwere Sprengbomben ein. Die Sakristei war völlig vom Erdboden verschwunden, die linke Außenmauer der Kirche stürzte ein, Kanzel und Marienaltar waren vernichtet. Der Hochaltar wurde schwer beschädigt, die Rückwand der Kirche mit dem 1939 fertig gestellten Bild total zerstört, ebenso das Dach. 

Wiederaufbau

In den Monaten und Jahren nach Kriegsende vollzog sich unter Verzicht, Ausdauer und Fleiß der Wiederaufbau der Gemeindebauten. Zum Weihnachtsfest 1945 stellte man den Altar am Haupteingang auf, weil der Zustand des Mauerwerks der Kirche es zu gefährlich machte, im Chor die heilige Messe zu feiern. Beim weihnachtlichen Krippenspiel fiel Schnee durch das zerstörte Dach auf Spieler und Gemeinde. Ende 1946 konnte der Gottesdienst erstmals wieder am neuaufgestellten Hochaltar im Chorraum stattfinden. Der Wiederaufbau der Sakristei und des linken Seitenschiffs wurde ab Juni 1954 in Angriff genommen. 

Umbau nach dem Konzil

Als neuer Seelsorger wurde Pfarrer Güter Franz, später Domkapitular zu Hildesheim, am 9. Februar 1964 in die Gemeinde eingeführt. Unter seiner Regie geschah die Umgestaltung der Bonifatiuskirche nach den Vorstellungen und Vorschriften des 2. Vatikanischen Konzils. 
Die neuromanischen Stilelemente blieben erhalten, es kamen jedoch Material und Ausdrucksformen der damaligen Zeit hinzu. Dem damaligen Streben nach größtmöglicher Schlichtheit fiel so die Wärme des roten Klinkermauerwerks zum Opfer. Die Frontwand der Kirche wurde um 4,5 Meter vorgezogen und mit einer Sichtbetongiebelwand abgeschlossen. Nord- und Südgiebel des Querschiffs erhielten eine Stahlbetonkonstruktion, die mit farbigen, modernen Glaselementen ausgefüllt wurden. 

Die letzte Renovierung

Am 25. Juni 1984 begannen erneut Renovierungsarbeiten. Das Hauptziel war das Innere der Kirche. Die Pfeiler und Bogen sollten wieder ihre Klinker zeigen und zusammen mit einer neuen Ausmalung der Kirche mehr Wärme geben. Gleichzeitig wurde ein viel geäußerter Wunsch erfüllt, die Kirche durch eine Reihe von Heiligenstatuen lebendiger zu gestalten. Folgende Figuren waren geplant: St. Bonifatius, der Kirchenpatron; St. Ansgar, der Gründer der Stadt Hamburg; St. Katharina von Alexandrien, die Patronin unserer Schwesterngemeinschaft, St. Jakobus von Compostella als Patron Spaniens, St. Franziskus als Schutzheiliger Italiens; St. Elisabeth als Heilige Portugals; der heilige Bischof Augustinus Kazotic von Zagreb als Heiliger Kroatiens und St. Maximilian Kolbe, der Patron unserer St. Maximilian-Kolbe-Kirche. Auf diese Weise sollten auch die Gläubigen anderer Muttersprache einen sichtbaren Bezugspunkt in dieser Kirche finden. Am 14. Oktober 1984 wurden als Abschluss der Renovierungsarbeiten die Statuen feierlich geweiht. 

Maximilian Kolbe in Kirchdorf

Die Flutkatastrophe von 1962 hatte auf der Elbinsel neue Verhältnisse geschaffen. Neues Zuzugsgebiet wurde Kirchdorf, wo gleichsam eine Trabantenstadt entstand, die Siedlung Kirchdorf-Süd. Die katholische Kirche musste dort an die Planung eines neuen Gemeindezentrums denken. Am 23. März 1973 fand die Grundsteinlegung durch Generalvikar Sendker statt. Die Kirche sollte dem Heiligen Maximilian, Steiermärker Bischof und Märtyrer, geweiht werden, dem Namenspatron des seligen Maximilian Kolbe, geboren am 7. Januar 1894 bei Lodz, der im Konzentrationslager Auschwitz am 14. August 1941 im Hungerbunker starb, in den er freiwillig gegangen war, um einen Familienvater vor dem Tode zu retten. Am 21. September 1974 fand die feierliche Weihe der Kirche statt.

Insel der Menschlichkeit